Der Weg zur Sonne


Udo Meertz: Der Sonnen-Bauer


Udo Meerts ist nicht nur Milchbauer sondern auch Erfinder. Er hat eine mobile Photovoltaikanlage entwickelt, ein Patent angemeldet und ein Unternehmen gegründet.
Die Idee kam Udo Meerts auf der Autobahn, auf einer Tour zwischen seinen beiden Bauernhöfen in Alst und Hennef. Lastwagen beladen mit Seecontainern zogen an seinen Augen vorbei. "Ich dachte mir plötzlich, diese Container könnte man doch auch anders nutzen", sagt der Brachter Landwirt. Kurzerhand kaufte Meerts zwei der 13,6 mal 2,50 Meter großen Container und bestückte sie mit Photovoltaik-Modulen.

Das Besondere an der Solar-Container-Konstruktion: Die Photovoltaik-Module lassen sich in verschiedenen Winkeln ausrichten. Im Sommer, bei hoch stehender Sonne, sind 30 Grad Neigung optimal, im Winter, bei tief stehender Sonne 45 Grad. Dadurch läßt sich die Leistung im Vergleich zu "normalen" Dächern, die meist einen Neigungswinkel von zehn Grad haben, deutlich steigern, um 25 Prozent im Winter und um zehn bis 15 Prozent im Sommer. Nicht jeder hat ein Haus, das nach Süden ausgerichtet ist. Für die mobilen Container braucht man etwas Platz, kann sie aber exakt ausrichten.

Landwirt - Erfinder - Unternehmer

Milchbauer Udo Meerts hat im Oktober 2009 auf seine Konstruktion ein Patent angemeldet. "Erfinder sein, eine Idee haben und diese auch technisch umsetzen, ist nicht schwierig, ein Patent anmelden dagegen schon" sagt der 45-Jährige und lacht. Aus seinem Modell, das er auf einem Blatt Papier skizziert hatte, wurde ein umfängliches Dosier von 40 Seiten. "Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis das Patent angemeldet war", berichtet Meerts, der dafür mit einem Patentanwalt zusammengearbeitet hat. Meerts hat danach eine GmbH gegründet, die den flexiblen Solarcontainer vertreibt: die Firma "Socoflex".

Mobile Solarcontainer sind vielfältig nutzbar

Als Photovoltaikanlage zur Stromproduktion für die eigene Nutzung und zur Einspeisung ins öffentliche Netz, als Solarkollektorenanalge zur Warmwasserproduktion und Speicherung in einem Isolierten Tank im Innenraum des Containers. "Damit lässt sich zum Beispiel die Heizung von Schwimmbädern oder Gebäuden betreiben", sagt Meerts. Doch seine Ideen gehen noch weiter: "Ich kann mir gut vorstellen, die Anlage als Tankstelle für Elektrofahrzeuge mit einem großen Akku im Inneren des Containers zu nutzen." Nachfragen kommen auch vom THW und dem Katastrophenschutz: Die Solarcontainer können in Krisengebieten wie Chile oder Haiti zur schnellen Stromversorgung eingesetzt werden. "Sie können leicht auf LKW oder einem Flugzeugen transportiert und innerhalb von fünf Stunden aufgebaut und für die Stromerzeugung genutzt werden."

Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein

Die flexiblen Solarcontainer sollen nun noch weiter entwickelt werden. Bauingenieur- und Elektrotechnik-Studenten befassen sich derzeit mit der Konstruktion eines drehbaren Unterbaus für den Solarcontainer. Mit dem drehbaren Untergestell wird die Anlage jederzeit optimal zur Sonne ausgerichtet. Der komplette Container soll sich automatisch morgens von Osten, mittags nach Süden und abends nach Westen drehen. So soll über 30 Prozent mehr Ertrag erzielt werden können.

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